Kurzgeschichten    Gedichte    Krimis    Fantasy    Kinder    Buchtips

www.Kongolo.de

Dein Buch im Internet

_________________________________________________________________________

Buchtips

bulletMendels Zwerg von Simon Mawer Ein Roman über die Genetik.
bulletWeit wie das Meer von Nicholas Sparks Hier gibt es etwas über den Film dazu: "Message in an Bottle".
bulletEin dicker Hund von Tom Sharp Roman.
bulletOsten Ard von Tad Williams Fantasy-Roman-Zyklus.
bulletNichts als die Wahrheit von Dieter Bohlen Eine Autobiografie.
bulletMcCartney von Harald Martin Eine Biografie über Sir Paul.

McCartney         down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)

Biografie von Harald Martin 
erschienen im Deutschen Taschenbuchverlag

Das Buch lag da, und ich dachte, noch ein Beatles Buch, braucht das die Welt? Muss ich das lesen? 
Ich bin Beatles-Fan wie Millionen andere auch. Nicht leidenschaftlich, aber immerhin habe ich alle Platten, bis auch die Anthology, die ist mir zu teuer. Also hab ich es mitgenommen, das Buch, und es gelesen. Und siehe da: Es ist lesenwert, man erfährt etwas Neues und bekommt eine neue Sicht auf die Dinge. 

Über Lennon hatte ich schon die dicke Biographie von Albert Goldmann gelesen. Kann man auch über McCartney soviel schreiben, über den Mann fürs Seichte, der die Presse zu nutzen versteht wie wohl kein zweiter. Nun soviel wie bei Lennon ist es nicht, obwohl McCartney schon länger lebt, hat Harald Martin nicht halb so viel zu schreiben gewusst wie Goldmann. Wir erfahren, dass Paul ein unterschätzter Bassist ist, dass er ohne Regulative wie Lennon oder Costello seine eigene Arbeit nicht kritisch einschätzen kann und so Alben voll seichter Katastrophen produziert, und andererseits richtig gute Sachen macht. Wir erfahren, dass Paul bis zur Eheschliessung mit Linda jede Menge Frauengeschichten hatte, und von da an nicht mehr, und dass der Mutli-multi-Millionär sehr geizig ist. Und das deshalb, weil er das Leben für sich und seine Familie so normal wie möglich gestalten will. Lobenswert, oder nicht?
Insgesamt bleibt aber immer Eindruck, dass man Paul eben nur durch die Martinsche Brille sieht. Die wenigen Zitate und Berichte anderer Zeitgenossen, bestätigen nur Martins Sicht der Dinge. McCartney selber, soviel wird allemal klar, ist als Zeitzeuge keine Hilfe, er ändert seine Darstellungen im Laufe der Zeit doch deutlich. 
Das Buch von Martin ist Pflichtlektüre für alle "echten" Beatles-Fans, die es wissen wollen, auch weil es selbst ernannten Hauptmann der Beatles kritisch beleuchtet. Das letzte Wort über Sir Paul ist es nicht, diesen Anspruch hat der Autor aber auch nicht erhoben.

Torsten Schulz, 17. November 2002

Nichts als die Wahrheit         down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)

Autobiografie von Dieter Bohlen (mit Katja Kessler)
erschienen bei Babs Verlag 2002 (Wilhelm Heyne Verlag)


Eine echte Überraschung war das! Ich habe stellenweise Tränen gelacht. Ein literarisches Meisterwerk ist das Buch nicht, aber Ansprüche dieser Art hat Harr Bohlen auch nicht bei seiner Musik. Er will erfolgreich sein und misst das an Chart-Platzierungen. Bohlen hat den Erfolg wirklich gewollt und dafür gekämpft. Als er immerhin schon eine Viertelmillion pro Jahr verdiente, war ihm das nicht genug. Sein war Ziel war die Million (oder mehr) und die Nummer 1 in den Charts. 
Und dann hat er halt Modern Talking gemacht und Glück gehabt, das berühmte Glück des Tüchtigen, wie er ja auch in seinen "Twenty tolle Tips für Erfolg und Happyness" schreibt. 
Vielleicht ist das im nachhinein auch ein wenig so hingedreht, aber was soll's. Auch nach Modern Talking war er auf hohem Niveau erfolgreich. Seine flapsige Art die Dinge zu beschreiben, sind von Katja Kessler behutsam gerichtet, nehme ich an, und sie wird auch dafür gesorgt haben, dass alles in eine vernünftige Reihenfolge kommt: Chronologisch bis CCCatch, dann eine Aneinanderreihung von Anekdoten, was der berühmte Dieter alles mit den anderen berühmten Stars erlebt hat, und dann die Frauengeschichten. Wahrscheinlich auch diese einseitig, aber durchaus plausibel. Und bisher hat auch der Damen geklagt, also wird es nicht total falsch sein. 
Fazit, sein Buch ist hundertmal unterhaltsamer als das, was in der Yellow Press über ihn geschrieben wurde. 

Torsten Schulz, 17. November 2002

Mendels Zwerg         down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)

Roman von Simon Mawer
erschienen bei Goldmann
Originaltitel: Mendel's Dwarf (1997)

In diesem Buch erzählt Benedict Lambert zwei Geschichten: Seine eigene und die von Gregor Mendel, dem Entdecker der Vererbungslehre. Seine eigene handelt von seinem Leben als achondroplastischer Zwerg. Achondroplasie, so findet Benedict Lambert im Laufe seiner Forschungen in eigener Sache heraus, ist die Folge einer Mutation eines einzigen von Millionen von Genen. Alle Gliedmaßen sind verkürzt. Der Kopf wirkt übergroß.

Mendels und Lamberts Leben sind sehr verschieden, und doch gibt es Parallelen, die kunstvoll herausgearbeitet werden. Der Leser nimmt Teil am persönlichen Schicksal von Mendel, dem Mönch, und Lambert, dem Zwerg. Das Leben des einen ist nahezu eintönig und farblos, das des anderen steuert dramatisch auf eine besondere Erfüllung hin.

Auf bewundernswert leichte und verständliche Weise sind beide Erzählungen mit wissenschaftlichen Details und Zusammenhängen angereichert. Ganz nebenbei werden die Grundlagen der Eugenik und der Genetik vermittelt. Über ihre möglichen Anwendungen läßt uns Lambert auch nicht im Unklaren. Und natürlich führt er uns vor Augen, wie unmenschlich wir über seinesgleichen reden und denken, ohne daß er uns Vorwürfe macht.

Torsten Schulz

Message in a Bottle         down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)

Roman von Nicholas Sparks
erschienen bei Heyne
Originaltitel: Message in a Bottle (1998)

...es war der helle Wahnsinn mit dem Film "Message in a bottle". Ob ich geweint habe?? Am Ende des Films liefen mir so die Tränen, daß ich zuerst gar nicht aus dem Kino raus wollte. Noch als wir bereits draußen vor dem Kino standen, konnte ich vor lauter Ergriffenheit überhaupt nichts sagen, mußte mich regelrecht sammeln, um einen Ton herauszubringen.

Du hattest damals erzählt, daß bei Euch im Kino, als der Film vorbei war, keiner laut redete, keiner aufstand, auch draußen auf dem Flur kein lautes Erzählen oder gar Lachen stattfand. Obwohl wir die Vorstellung des Films mit nur fünf anderen Leuten außer uns erlebt haben, war es ganz genau so wie bei Euch: Es lief bereits der ellenlange Abspann mit sämtlichen am Film mitwirkenden Schauspielern, Regisseuren und was noch alles - aber keiner der Zuschauer stand auf, keiner rührte sich. Um auf den Film als solchen zu kommen: Ich habe ihn als einen der schönsten empfunden, die ich je gesehen habe. Mich hat an dem Film die sensible Geschichte fasziniert und genauso sensibel, wie die Hauptpersonen waren, war auch der ganze Film gehalten. Die Kameraeinstellungen gingen unheimlich nahe, auch die ganze Aufmachung des Films. Keine lauten Töne, alles genau passend zur eigentlichen Handlung. Von der schauspielerischen Leistung her war der Film spitzenmäßig. Noch Tage später war und bin ich weg von dem Film - das geht sogar so weit, daß ich letzte Nacht davon geträumt habe :-)

Die eigentliche Geschichte des Films finde ich einerseits unheimlich schön und andererseits natürlich traurig. Ich fand es so einen Wahnsinn, wie die beiden, Garret und Theresa, sich so ganz langsam genähert haben, dann merkten, daß mehr da ist als nur eine kurze Affäre - parallel dazu immer der innerliche Kampf, den Garret mit sich gefochten hat, weil er seine Catherine nicht vergessen konnte und gleichzeitig die Verzweiflung Theresa´s über eben diese Tatsache. Dennoch haben beide gemerkt, daß sie füreinander bestimmt waren, bis der tragische Tod von Garret aller Hoffnung ein tragisches Ende gesetzt hat. Mit diesem Schluß des Films hätte ich niemals gerechnet. In der Szene, wo Garret sein fertig gebautes Schiff auf den Namen seiner verstorbenen Ehefrau taufte, dachte ich noch, daß er wahrscheinlich nie mit dem Tod seiner Frau fertigwerden wird und sich von daher gegen alles Neue sperren wird, obwohl da jemand ist, der ihn im gleichen Maße liebt wie Catherine. Leider hat Theresa viel zu spät davon erfahren...

Und das ist die Tragödie dieses Films, der einen echt zum Nachdenken bringt. Die gesprochenen Worte am Ende des Films über das Leben mancher Leute, das sich zu einem Kreis zu schließen scheint, anderer Leute Leben wiederum nimmt bizarre Formen an - da kommt man trotz aller Weinerei richtig ins Nachdenken und überlegt, "Ist mein Leben ein Kreis oder eher die andere Form"? Das läßt sich natürlich auch in alle möglichen Himmelsrichtungen interpretieren und man könnte ellenlang darüber philosophieren, nachdenken, schreiben... Insofern war der Film nicht nur ein traurig-schöner Liebesfilm, sondern hat auch jede Menge Stoff zum Nachdenken in sich - finde ich zumindest.

Fest steht jedenfalls, daß ich am liebsten morgen schon wieder ins Kino gehen würde und "Message in a bottle" gucken würde, mir ganz bald das Buch (Weit wie das Meer) zum Lesen holen werde und sobald es den Film auf Video gibt, legen wir uns den zu. WIR sage ich jetzt bewußt, weil auch Manni der Film wahnsinnig gut gefallen hat. Das finde ich übrigens auch so faszinierend. Es gibt ja viele Filme, wo wir Frauen zwar sagen, der ist schön - aber die Männer winken nur ab.... Ein Beispiel hierfür ist "Dirty Dancing". Sicherlich ein relativ banaler Film, gebe ich zu. Mir gefällt er trotzdem, vor allen Dingen die Schlußszene. Manni hingegen kann dem Film überhaupt nichts abgewinnen, findet ihn nur albern. Großartigen Inhalt in Form von Denkanstößen liefert der Film tatsächlich nicht, er ist eben einfach nur schön und herzerfrischend. Bei "Message in a bottle" ist das ganz anders - dieser Film und dessen Geschichte zieht sowohl Männer und Frauen in seinen Bann.

Elke Wolf

Siehe auch die Nicholas Sparks Review Page und die Kritik von Elke Heidenreich im Spiegel.

 

Ein dicker Hund         down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)

Ein Roman von Tom Sharp
erschienen bei Goldmann
Originaltitel: The Midden (1996)

Es war meine erste Tom Sharp Lektüre. Ich wußte also nicht, worauf ich mich einließ (und ich weiß auch immer noch nicht, ob dieser Roman typisch ist). Es beginnt wie ein richtiger Krimi: Im Mittelteil verwickeln sich die Geschehnisse immer weiter. Der Schluß ist dann ein fulminantes Feuerwerk.

Die Geschichte spielt in Großbritannien kurz nach der Regierungszeit von Margret Thatcher um Timothy Bright herum. Er handelt zunächst noch mehr oder weniger selbständig, aber spätestens durch einen heftigen Drogenrausch wird er aus seiner Lebensaufbahn katapultiert, mitten hinein in das intrigante Streben von Sir Arnold Gonders und das Leben der rechtschaffenen Miss Midden.

Tom Sharp erzählt eine Geschichte über britische Eigenarten und nimmt insbesondere den Thaterismus aufs Korn.

Torsten Schulz

 

Fantasy-Zyklus :     down1.jpg (3229 Byte)             up1.bmp (106614 Byte)
"Der Drachenbeinthron",
"Der Abschiedsstein",
"Die Nornenkönigin"
"Der Engelsturm"
    

Ein Roman-Zyklus von Tad Williams erschienen als Fischer Taschenbücher

Eine Buchbesprechung zu schreiben, fällt mir nicht leicht. Es gibt zu viele Bücher, die ich liebe. Da wäre etwa "Der Brief für den König" von Tonke Dragt, ein Jugendroman, der mich dazu gebracht hat, selbst Bücher für Jugendliche zu schreiben.

Andererseits habe ich den Fantasy-Zyklus über Osten Ard von Tad Williams gelesen, oder vielmehr verschlungen. Dieser Zyklus besteht aus vier Büchern: "Der Drachenbeinthron", "Der Abschiedsstein", "Die Nornenkönigin" und "Der Engelsturm". König Johan stirbt und sein Sohn Elias erbt den Thron. Sofort nimmt er seinen Bruder Josua gefangen, weil er fürchtet, dieser wolle ihm den Thron streitig machen. Simon, ein Küchenjunge, muss mit ansehen, wie sein Lehrmeister, der Zauberer Morgenes sein Leben opfert, um Josuas Flucht zu ermöglichen. Simon führt Josua durch tiefe Gänge unter dem Schloss in Freiheit.

Von da an beginnen für ihn die Gefahren, Verwicklungen und Abenteuer erst richtig. Im Laufe der vier Bücher wird aus dem tolpatschigen Jungen ein Mann. Tad Williams Werk ist keinen Augenblick langweilig, fesselt mit Einblicken in eine Traumwelt und dem Reich der Elfen; Zauber, Magie, Liebe, Furcht, Mut ... alles erhält Raum und das nicht aufdringlich oder kitschig, sondern auf eine Art, wie man es als normaler Mensch selbst erleben könnte, wenn es Osten Ard wirklich gäbe.

Das einzige Problem mit diesen Büchern war, dass mich 3500 Seiten lang niemand ansprechen durfte. Dennoch gibt es keinen Handlungsstrang, der mir als überflüssig erschien. Und wem es zu viel Lesestoff ist, der kann ja doch Tonke Dragts "Brief für den König" lesen, auf die Gefahr hin, hinterher das Fortsetzungsbuch auch noch zu verschlingen.

Karin Sittenauer

____________________________________________________________________________________

nach oben

17.11.2002